Dezentralisierung der Stromversorgung

Die bisherige Stomversorgung in Deutschland ist durch eine starke Zentralisierung geprägt. Strom wird durch große Kraftwerke erzeugt und dann über weite Strecke, mithilfe von Hochspannungsleitungen zu Trafowerken transportiert. Bevor der Endkunde den Strom geliefert bekommt, muss er wieder auf eine benutzbare Leistung transformiert werden. Die Übertragungsverluste im Stromnetz sind mit rund 10% der gesamten Stromerzeugung sehr hoch. Bei einer Dezentralisierung der Stromerzeugung werden diese verringert und im Falle der Stromerzeugung direkt am Ort des Verbrauchers (Objektversorgung) vollständig vermieden.
  • Wirtschaftlichkeit: Durch die Dezentralisierung der Stromerzeugung ist ein funktionierender Wettbewerb erst möglich. Solange einige wenige und sehr große Stromproduzenten eine marktbeherrschende Stellung haben, werden die Energiepreise weiterhin auf hohem, nicht marktgerechten Niveau verharren. Durch die dezentrale Erzeugung des Stroms und optimale Verwertung (Vermeidung der Transportverluste, Deckung des Heizwärmebedarfs durch Abwärme, höchste Umweltverträglichkeit) könnten die Preise mittel- und langfristig erheblich sinken. Die Wirtschaftlichkeit würde weiters durch die hochwirksame Kybernetik eines zweiseitigen (angebots- und nachfrageseitigen) Wettbewerbs innerhalb der örtlichen Elektrizitätsversorgung ermöglicht.
  • Sicherheit: Die Stomausfälle in den USA von 2003 illustrierten deutlich, wovon Experten bereits lange warnten: bei einer zentralen Energieversorgung können Ausfälle großer Kraftwerke schnell weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Dezentralisierung bietet hier größtmögliche Sicherheit. Der auch ungeplante Ausfall einzelner bzw. kleinerer Kraftwerke kann die Versorgung nicht gefährden. Wenn die Stromversorgung in Deutschland dezentralisiert wird, bietet das nicht nur die Chancen für eine nachhaltige Energieproduktion, sondern auch größere Sicherheit vor großflächigen Stromausfällen.
  • Umweltverträglichkeit: Nur bei einer dezentrale Versorgung und einem Strommarkt, bei dem Stom durch unterschiedliche Quellen erzeugt wird, ist eine umweltverträgliche Stromerzeugung möglich. Durch Einbindung örtlich verfügbarer regenerativer Energien wie Biomasse, Müll, Wind und insbesondere Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden CO2-Emissionen vermieden. Schonung der Ressource durch höchste Wirksamkeit in der Energieerzeugung und höchste Sparsamkeit im Energieverbrauch. Die aus der Elektrizitätserzeugung entstehende Abwärme wird für die Beheizung genutzt (derzeit beträgt die ungenutzte Kraftwerks-Abwärme mehr als 130% der zur Beheizung aller Wohnungen erforderlichen Wärme).
  • Unabhängigkeit: Durch eine Diversifizierung der Energiequellen und eine Einbindung örtlich verfügbarer regenerativer Energien wie z.B. Biomasse, Müll, örtlich erzeugtes Kohlegas... kann im Laufe der Zeit eine Unabhängigkeit von Energieträgern wie Öl und Uran erreicht werden.